Newsletter Nr. 1                                                                                                   Mesochori, den 25. Mai 2019

 

Liebe Olivenölkundinnen und -Kunden, Freunde und Verwandte

Ihr seid nicht die einzigen, die sich nach Wärme sehnen! Ein sehr nasser, kühler Winter wollte sich hier in Griechenland nur widerwillig verabschieden und dem Frühling Platz machen. Ende Mai und wir frösteln beim Anblick der Touristen, die in kurzer Bekleidung und Sandalen durch Pylos streifen. Die griechische Natur ist zurückhaltend im sich Entblössen. Was im Bild nebenan zu sehen ist, sind nicht etwa Oliven in ihrer kleinsten Form, sondern die noch geschlossenen Blütenknospen! Bisher war es in unserer Umgebung zu kalt, sodass sie sich nicht zu  öffnen vermochten. Die Olivenblüten sind übrigens weiss und unscheinbar. Sie werden hauptsächlich durch den Wind bestäubt. Noch lässt sich nicht voraussagen, was die nächste Olivenernte erbringen wird. Nicht nur zahlreiche Anfragen nach unserem Olivenöl lassen uns auf eine bessere Ernte hoffen, sondern auch unser erhöhter Einsatz, den wir wegen der  letzten zwei naturbedingt magereren Ernten zusätzlich leisten. Jannis scheut keine Mühe, regelmässig Bodenproben zu analysieren, damit die Wirkungen der biologischen Düngung und Schädlingsbekämpfung ermittelt werden können. 

Wie im Newsletter vom vergangenen November erwähnt, hat Jannis damals zu Bodenqualitäts-Verbesserung in den kargen Olivenhainen eine Wickenart gesät. (siehe Homepage www.eleolado.ch Rubrik Newsletter). Die wuchs tapfer auch im mageren Boden und umrankte kleinere Essolivenbäumchen, wie die im Bild rechts vollkommen. Es galt, diese Wicken unter zu hacken, was  zusätzliche Traktor- und Handarbeit bedeutete.

Leider steht in den Sternen, was mit dem E.U. Unterstützungsprogramm weiter läuft, von dem wir uns finanzielle Hilfe erhofften. Die Unterlagen dafür haben wir vor 9 Monaten eingereicht. Direktzahlungen für unseren seit 2010 biologischen Anbau haben wir seither nur in einem Jahr erhalten. Der griechische Staat braucht die Gelder anderweitig. Dementsprechend verwunderte mich die Frage am Telefon einer Bio Suisse Mitarbeiterin, ob wir für brachliegende Flächen (neue Vorschrift von Bio Suisse) von Staatsseite entschädigt würden. Ich bin geborene Optimistin, aber auf diese Idee wäre ich nie gekommen.

 

 

 

Während die Olivenbäume und die Wicke sich des Regens erfreuten, litt darunter unsere Bio Suisse Knospe Oregano-Plantage. Hartnäckigem Unkraut muss stets von Hand zu Leibe gerückt werden. Nach mehrmaligem Jäten mit Hilfe unserer Erntehelfer sind nun knapp ein Drittel der ursprünglich 7000 Pflänzchen in gutem Zustand. Wir folgten der Idee, grossgewachsene Büsche zu teilen, die Pflanzung zu ergänzen und ihr erneut eine Chance zu geben. Die Natur ist im Vergleich zum vergangenen Jahr aber fast einen Monat später dran. Meine Hoffnung, dass wir Ende Juni bereits getrockneten Oregano und ätherisches Oreganoöl mit in die Schweiz bringen können, verflüchtigt sich. Der Oregano soll erst zur Blütezeit geerntet werden. So wird es daraus hoffentlich nette Weihnachtsgeschenke geben!

Wir werden jedoch von unseren Mavrolies, das sind kleine schwarze, von Bio Suisse zertifizierte Essoliven, (siehe Foto, Handlese Ernte 2018) im Juni mitbringen, mit oder ohne Etikette, denn diese ist momentan noch in Bearbeitung. Da uns die Zertifizierung des Olivenabfüllers durch Bio Suisse zu kostspielig wird, werden vorerst nur das E.U. Bio-Signet und das Label von Bio Hellas drauf stehen. Für das Knospe- Label müssen alle an der Produktionskette beteiligte Betriebe durch Bio Suisse zertifiziert sein. Wir dürften hier in Griechenland, im Gegensatz zu Schweizer Bauern unsere Produkte nur im Besitz einer Abfüllfirma selber abfüllen. Auf dieses Ziel arbeiten wir hin,  unbeschreiblich zeitaufwändiger bürokratischer Hürden zum Trotz. Als einzige Knospe- Bauern weit und breit sind wir also noch gezwungen, sofern wir die Knospe auf dem Etikett wollen, die jährlichen 400€ Zertifikationskosten der ÖLMÜHLE und die eines jeden ABFÜLLERS selbst zu bezahlen. Das handhaben wir so seit 2015 für unser Olivenöl, lohnt sich aber vorerst nicht für paar hundert Gläschen Oliven, 5 kg Oregano und 200 ml wasserdampfdestilliertes Oregano (ätherisches Öl). Bessere Qualität drin als drauf steht: für einmal eine verkehrte Welt zum Vorteil des Kunden.

Dem nicht genug an verkehrter Welt: Während uns aus der Ernte 2018 zu wenig Olivenöl zur Verfügung steht, um unsere Kunden zu beliefern, können andere Knospe- Bauern ihre mit Herzblut hergestellten Produkte nicht ausreichend an interessierte Kundschaft bringen. Geri Brunner und Sandy Rhyner vom Binzenloo in Winterthur ZH, -treue Olivenölkunden und Weiterverkäufer unseres Öls-, produzieren auf ihren Wiesen sowohl feinstes Biofleisch aus Mutterkuhhaltung, als auch Getreide wie Weizen und Dinkel. Ihr findet auf diesem Betrieb in Winterthur einen kleinen Hofladen.

Guckt rein auch auf der Website:  www.binzenloo.ch. Meldet ihr euch dort direkt für den Newsletter an, werdet ihr über die Termine informiert, an denen frisches Fleisch erhältlich ist.

 

So wünschen wir nun allen erfolgreiches Tun, ob drinnen oder draussen, im trauten Heim oder auswärts, auf dass  Freude und ein guter Schuss Herzblut mit dabei sein können.

Mit der Vorfreude, die einen und anderen im Juni zu sehen, grüssen wir herzlich aus dem Süden,

eure Familie Soumas-Montandon in Mesochori.

 

 

 

 

Newsletter Nr. 2                                                                              Mesochori, im November 2018

Liebe Olivenölkundinnen und -Kunden, Freunde und Verwandte

Seit einer Woche sind unsere Oliven, die den Sturm „Zorbas“ an den Bäumen hängend überstanden haben zu Öl gepresst unter Dach. Was für ein Glück!

Wie letztes Jahr haben wir früh mit der Ernte begonnen. In Grossmutter Soumas Hain war der Bestand verschwindend klein. Die Netze mussten pausenlos von einem Baum zum nächsten gezogen und ausgelegt werden, ohne dass sie dabei merklich schwerer wurden. Am Ende eines „Blätz“ (ca. 60 Bäume), wo alle von den Erntestangen heruntergewirbelten Oliven auf einem Netz gesammelt wurden, kam ein magerer Haufen zusammen. Andere Haine wie da auf dem Bild (Katsambani- Hain) wiederum trugen schwere, Oliven beladene Äste. Vater Makis wusste nicht, wo wehren mit seiner Säge. Diese Äste werden, weil sie im Folgejahr keine Früchte tragen, heruntergeschnitten und abgeerntet. Am Baum verbleibende Oliven werden mit elektrisch betriebenen „Wirbel- Köpfen“ an Stangen oder mit Hilfe gabelartiger Schlagstöcken heruntergeholt. Dank zahlreicher freiwilliger Schweizer Helfer waren auch die ertragsarmen, genauso ermüdenden Arbeitstage leichter ertragbar. Herzlichen Dank allerseits!

 

Es sind tatsächlich gute 1500 kg eigenes, Bio Knospe zertifiziertes Olivenöl zum Verkauf in der Schweiz zusammengekommen. Wir sind sehr froh, wenn diese Menge sowohl die bereits zahlreichen Vor-, als auch noch eingehende Bestellungen abdecken kann. Bitte meldet euch baldmöglichst bei eurer „Bezugsquelle“, (siehe Anhang Zwischenverteilerliste), damit wir die Verteilung genau und gerecht planen können. Wir bringen jetzt vor Weihnachten kein Öl von anderen Bauern. (Eine solche Lieferung könnte im Juni 2019 erfolgen, sofern Interesse besteht.)


Unsere ehrenamtliche Zwischenverteiler verkaufen für uns wie in den vergangenen Jahren:  

½ l Dosen zu Fr. 15.-, 1 l Dosen zu Fr. 24.- und 3 l Kanister* zu Fr. 60.-. Andere Wiederverkäufer, ob Bioladen oder „Marktständler“ haben die Freiheit, einen anderen Preis für unser Öl festzulegen.  

Kalamon- Tafeloliven hat es leider nur verwurmte gegeben, denn grosse Oliven werden von der gefürchteten Olivenfliege bevorzugt. Dafür haben wir eine schöne Menge kleiner Tafeloliven der Sorte „Mavrolia“ von Hand geerntet. Die sind noch am „Entbittern“ und kommen, wenn sie schmecken, erst im nächsten Juni in die Schweiz.

 

 

                                                                               * Der 3 l Kanister hat ein neues Kleid bekommen.

Dazu will ich noch etwas ausholen. Unter anderem dank dem Ölverkauf in der Schweiz ist für uns „Nachhaltigkeit“ nicht bloss eine Idee von Bio Suisse. (Ich musste für diese kleine Knospe einen endlosen Nachhaltigkeitscheck ausfüllen). Wir freuen uns, in dem Zusammenhang  von zwei Anschaffungen zu berichten. Ein lange gehegter Traum ging in Erfüllung: Schluss mit dem Säcke schleppen! 

Dieses Jahr haben wir die geernteten Oliven endgültig nicht mehr dicht in Säcken zusammengedrückt, sondern im neuen Anhänger (siehe Foto) zur Mühle gebracht. So gab es keine Standzeiten an der Sonne. Die Oliven wurden in der Mühle gleich in den Trichter gekippt.  Jannis Rücken und die Qualität des Öls danken diese  Anschaffung. Zudem fasst der Anhänger natürlich nicht nur Oliven. Auch das anfallende Holz war im Nu auf- und abgeladen.

 

 „DIAS“ (griech. ZEUS) ist der Name der zweiten Errungenschaft. Bisher führte Jannis alle Spritzarbeiten mittels einer in der Hand gehaltenen Düse aus, die nur in eine Richtung spritzen konnte. Eine mühsame, unwirtschaftliche Weise, bei der er selber stets viel Spritzmittel abbekam. „DIAS“ weiss es besser. Er hat Sensoren an beiden Seiten, die den Tankinhalt 3 m hinter dem Traktor durch zahlreiche Düsenköpfe als feinen Nebel nur dahin sprühen lassen, wo ein Baum steht. Eine gleichmässige Verteilung des Spritzmittels ist gewährleistet. Wir hoffen auf entsprechende Resultate.

Wenn wir tatsächlich im Verlauf des nächsten Frühlings ins Unterstützungsprogramm der EU für Maschinen-Anschaffungen aufgenommen werden, bekommen wir an diese Neuanschaffungen die Hälfte bezahlt und können nach und nach den Gedanken der Nachhaltigkeit weiter in Tat umsetzen. 

An Vorstellungen besserer Bedingungen für Mensch und Natur fehlt es uns nicht.

Nun wünschen wir euch eine möglichst stressarme Zeit bis hin zu Weihnachten und darüber hinaus ins neue Jahr, stets in der Zuversicht, dass es einen Weg gibt für alles, was beim ersten Hingucken schrecklich schwierig aussieht.

Wir freuen uns, wenn wir während der Weihnachtszeit die einen oder anderen sehen werden und senden herzliche Grüsse aus dem Süden der Peloponnes,

 

 Nicole, Jannis und Kinder

Zwischenverteilerliste:

Kanton Bern:

 E.& E. Montandon, Eggwaldstr.71, 3076 Worb Tel. 031/ 839 19 93

 

Pascal Montandon, Nelkenweg 36, 3097 Liebefeld, Bern , Tel: 079/ 741 09 85

 

R. & H. Schranz, Amselweg 12, 3033 Jegenstorf, Tel: 031/ 921 51 73

 

H. & U. Hagnauer, Weberweg 4A, 3612 Steffisburg, Tel: 033/ 438 00 80

 

Carole Giraudi, Neuenburgerstr. 126, 2505  Biel, Tel: 079/ 767 12 13

 

Aargau:

E. Montandon jun., Weichlerweg 27, 4665 Oftringen, Tel: 062/ 797 58 90

 

Basel:

G. & C. Montandon, Steinenberg 23, 4051 Basel, Tel: 062/ 871 49 42

 

Zürich:

Brigitte Schneider, im Tiergarten 24, 8055 Zürich, Tel: 079`739 02 45

 

Appenzell:

 

H. & R. Ingold,  im Rietli, 9056 Gais, Tel: 071/ 793 36 27